HERBSTVERSAMMLUNG, 11.11.2016

An der öffentlichen Herbstversammlung des Imkervereins Bezirk Dielsdorf die im Niederweninger Gemeindesaal abgehalten wurde, waren unter den rund 100 Anwesenden auch zahlreiche Nichtimker, vor allem Vertreter von Naturschutzvereinen.
Unser Mitglied, Hansueli Thomas hat in eindrücklicher Weise auf das Fluginsekt hingewiesen und mit seinem Vortrag die Zuhörer begeistert.

Der Titel "Die lieben Hornissen" sei bewusst etwas provokativ formuliert, denn allgemein herscht die Meinung vor, diese grossen Fluginsekten seien bösartig, aggressiv und hinterlistig.


Die Hornissen verdienen einen besseren Ruf

Diese Tiere haben den Ruf sehr aggressiv zu sein. Schon bei Moses wird im alten Testament von Hornissen als Plage berichtet. Gott schuf die Bienen, der Teufel die Wespen. Auch bei Wilhelm Tell kommen Hornissen vor. Gelb/schwarz wird vielleicht aus diesem Grund für Gefahren-Symbole verwendet.
Die Hornissen sind eigentlich Wespen, nur etwas grösser. Der Rüssel der Hornissen kann nur oberflächlichen Zucker oder Nektar aufnehmen. Der Stachel ist 6.5 mm lang und ohne Widerhaken. Das Gift einer Hornisse ist vergleichbar mit Bienengift. Es gibt auch Drohnen bei den Hornissen. Diese sind aber schwierig zu erkennen. Ein Hornissen- oder Wespennest ist immer einjährig und besteht aus abgeraspeltem Holz welches mit Speichel vermischt wird. Die Zellen des Wabenbaus stehen senkrecht mit der Oeffnung nach unten. Nur die Königinnen überleben den Winter indem sie vom angefressenen Körperfett zehren. Es gibt keinen Wintervorrat wie bei den Bienen. Auch die Königinnen leben nur ein Jahr. Die Hornissen ernähren sich von Nektar, süssen Säften und von Fleisch. Hornissen sind Jäger aber keine Aasfresser. Sie ernähren sich beispielsweise von Heugümpern. Die Speiseröhre ist so eng dass Hornissen nur Flüssigkeiten aufnehmen können wobei ihre Larven grössere Stücke aufnehmen können. Wie in der Natur so üblich stehen Hornissen nicht am Ende der Nahrungskette sondern werden von Vögeln gefressen. Die Hornissen werden im Herbst begattet und bei den ersten Kältetagen wird das Brutnest aufgelöst. Ein Hornissenvolk konsumiert ca. 300-500 Gramm Insekten pro Tag.

Aus China wurde eine Velutina-Wespenart nach Europa eingeschleppt. Diese Wespe ist eine Gefahr für unsere Bienen. Diese Art baut kugelförmige Nester mit einem Durchmesser von bis zu 50 cm. Mit einem Gitter mit 10 mm Maschenweite kann man allenfalls versuchen diese Wespenart vom Eindringen in den Bienenkasten zu hindern.

Die Japanische Riesenhornisse ist so gross wie eine Hand breit ist. In einem kurzen Video wurde gezeigt wie die Riesenhornissen in 3 Stunden ein aus dem Westen importiertes Bienenvolk vollständig zerstört haben. Unsere Bienen haben nicht gelernt wie man sich gegen diesen Feind verteidigen muss.  Anschliessend wird die Taktik eines Japanischen Bienenvolkes gezeigt. Es lässt die Hornisse in den Kasten hinein worauf sich viele Bienen auf den Eindringling stürzen und die Riesenwespe mit Hitze vernichten da die Bienen eine 2 Grad höhere Temperatur vertragen als die Wespe.
Ein weitere Kuriosität ist dass es auch Leute gibt welche Wespen in einem Wohnzimmer halten.
In der Schweiz gibt es 8 staatenbildende Wespenarten.
Weitere Informationen über Hornissen unter: www.hornissenschutz.ch und  www.vespa-velutina.ch

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