Herbstversammlung in Niederweningen, 23. November 2018

«Futtermangel wegen schwindender Biodiversität – Was bedeutet dies für die Bienen und andere Bestäuber»

Gegen 70 Besucher haben an der Herbstversammlung des Imkervereins Bezirk Dielsdorf teilgenommen, Der von der Gemeinde Niederweningen offerierte Apéro und der gratis zur Verfügung gestellte Gemeindesaal inclusive der Infrastruktur wurde wohlwollend aufgenommen und der Gemeinde verdankt.

Vortag mit Marcel Strub Riedholz/SO

Marcel Strub ist Leiter Fachstelle Bienen im Bildungszentrum Wallierhof, 4533 Riedholz. Er ist zuständig für die Imkerausbildung der Kantone Solothurn, Basellandschaft und Baselstadt. Marcel Strub ist zusätzlich Bieneninspektor und Bienenberater.

- Wandel im Oekosystem 
- Folgen bei den Wildbienen 
- Einfluss der Gesellschaft auf die Bestäuber 
Eisbären und Bienen haben eine Gemeinsamkeit: beide Tierarten leiden unter Futtermangel. Gründe dafür sind:  
Klimaveränderung, wachsende Weltbevölkerung, mehr Mobilität, Industrialisierung, steigender Nahrungsbedarf,  
Monokulturen und Viehzucht. Dies hat folgende Auswirkungen: Lebensräume verändern sich, das  
Nahrungsangebot wird kleiner, Arten verschwinden, neue Arten entstehen, neue Schädlinge breiten sich aus,  
Ausbreitung von Krankheiten. 
Bedeutung der Bestäubung: 
Die Fortpflanzung eines Drittels der Wildpflanzen ist von einer Bestäubung abhängig. Fast 100-prozentige  
Abhängigkeit von Begleitnährstoffen wie Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren etc. 
Es besteht ein Konflikt zwischen der Nahrungsmittelproduktion (Landwirtschaft) und der Erhaltung der Biodiversität. 
Wie wichtig dass die Bienen sind, zeigt das folgende Beispiel: 
Es wurde gemessen wie viele Insekten irgendeine Blüte an einem Apfelbaum während 10 Minuten besuchen:  
- Bienen 809 
- Hummeln 13 
- Mauerbienen
- Sandbienen
- Schwebefliegen 12 
- Fliegen/Mücken 23 
Folgen für die Wildbienen: 
Die Wildbienen sind häufig auf eine Pflanzenart spezialisiert. Das Problem ist dass die Pflanze nicht gleichzeitig  
blüht wenn die Bienen da ist. Im Gegensatz dazu sorgt der Imker dafür dass die Honig-Bienen rechtzeitig für eine  Tracht bereit sind.  
Wildbienen haben 2 Herausforderungen: Nahrung und Nistplatz. 
50% der Wildbienen nisten im Boden und nur 19% nisten in einem Hohlraum (Bienenhotel). 
Totholzstrukturen sind wichtig für die Wildbienen. Die meisten Wildbienenarten sind nur während 2 Monaten pro  
Jahr aktiv. 

 

 

Weitere Informationen im Pressebericht des Zürcher Unterländer vom 26.11.2018 

 

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